Richtig wärmedämmen, aber wie?

Hier finden Sie eine kleine Auswahl verschiedener Fassadensysteme im Überblick.

 

Außendämmung ohne Hinterlüftung

Wärmedämm-Verbund-System (WDVS) nennt man die Thermohaut, auch Vollwärmeschutz genannt. Eine Methode der nachträglichen Wärmedämmverbesserung mit wasserabweisender Wetterschutzschicht, die direkt auf der Außenwand angebracht wird. Die Oberfläche entspricht optisch der eines herkömmlichen Außenputzes in verschiedenen Strukturen.

 

Die Dämmplatten werden mit Spezialkleber an der Außenwand befestigt und ggf. mechanisch verankert. Die Fassadenflächen müssen zuvor gereinigt, Unebenheiten beseitigt und Löcher beigeputzt werden.

In der Regel werden Polystyrolplatten verwendet, welche jedoch nur eine sehr geringe Diffusionsfähigkeit (4 bis 6%) haben. Es können jedoch mineralische, diffusionsoffene und vor allem nichtbrennbare Speed-Lamellen aus Steinwolle verwendet werden. Nach dem Anbringen der Dämmschicht wird eine Armierungsschicht aufgebracht. In diese Unterputzschicht wird ein Glasfasergewebe oder Panzergewebe eingebettet. Darüber erfolgt der Auftrag des Putzes.

 

Wärmedämm-Verbund-Systeme sind mit die preiswerteste Möglichkeit eine Hausfassade nachträglich wärmezudämmen, aber nicht unbedingt die sicherste und bauphysikalisch beste Alternative!

 

 

Außendämmung mit Hinterlüftung

Die vorgehängte, hinterlüftete Fassade hat sich bereits seit Jahrhunderten bei Fachwerkhäusern bewährt. Es ist sicherlich die technisch aufwendigste, aber auch bauphysikalisch vernünftigste Methode der Fassadensanierung.

Von der Wahl des Fassadenmaterials hängt es ab, ob das Erscheinungsbild des Hauses kaum oder wesentlich verändert wird.

Eine Vielzahl gestalterischer Möglichkeiten ist gegeben. Mit innovativen Fassaden-systemen verschiedener Hersteller kann man an der Fassade persönliche Akzente setzen.

 

Die Befestigung an der Außenwand erfolgt auf einer Holz- oder Metall-Unterkonstruktion. Eine spezielle Vorbehandlung der Fassadenfläche ist nicht notwendig. Eventuelle Unebenheiten können mit der Unterkonstruktion ausgeglichen werden. Als Dämmstoffe werden ausschließlich mineralische Fassadendämmplatten verwendet, welche nicht brennbar und hoch diffusionsfähig sind.

Die vorgehängte, hinterlüftete Fassade ist durch die klare Funktionstrennung der einzelnen Schichten bauphysikalisch sehr empfehlenswert:

  • Mineralische Dämmung

  • Hinterlüftung

  • Fassadenelemente als zuverlässiger Wetterschutz

Wasserdampf kann ungehindert durch das Mauerwerk nach außen in die Lüftungsebene dringen. Bereits durchfeuchtetes Mauerwerk wird schnell ausgetrocknet, da die Feuchtigkeit durch die Hinterlüftung ungehindert abziehen kann und das Haus von außen vor Nässe und Wetter gechützt bleibt.

Hinterlüftete Fassaden sind in der Regel wartungsfrei (Putzreparaturen, Risse und Farbanstriche entfallen) und haben eine längere Lebensdauer als Wärmedämmverbundsysteme. Sie gewährleisten auch ein gesundes und angenehmes Raumklima und individuelle Gestaltungsmöglichkeiten.

 

 

Unterschiede der Systeme:

Hinterlüftete Fassaden
WDVS


Befestigung
Verschraubung von Unterkonstruktion
Dämmung und Verkleidung
Verklebung aller
Komponenten
untereinander
Untergrundvorbereitung
Nicht erforderlich
Von Fall zu Fall
erforderlich
Recycling
Alles Systeme können bei einer 
Demontage separiert werden und
durch Recycling dem Wertstoff-
Kreislauf zu 100 % wieder
zugführt werden
Verklebte
Systeme können
nicht getrennt
werden und sind
als Sondermüll zu
entsorgen
Wärmedämmung
Mineralwolle besteht aus mineralischen Grundstoffen ohne jegliche toxische
Zusatzstoffe und ist somit umweltfreundlich
Polystrol besteht aus polymerisiertem 
Styropor (starkes Lösungsmittel), EPS (expandiertes Polystyrol) besteht aus mit Erdgas (Butan oder Pentan) aufgeschäumten Polystyrol
Oberflächen
In den von uns angebotenen Fassaden-systemen sind keine Biozide enthalten, die 
abgewaschen werden.
Die Farben und Putze enthalten Biozide und Pestizide zur Vermeidung von Algenbefall. Diese Pestizide, welche das Grundwasser verunreinigen, sind weltweit in Landwirtschaft verboten.
Brennbarkeit der Dämmung
Mineralwolle ist 
nicht brennbar
Polystyrol ist entgegen der bisherigen Meinung (nachweisliche Manipulation bei Brandtests) normal entflammbar und setzt bei
Verbrennung stark toxische 
Dämpfe frei.
Wartung / Reinigung
Nachstreichen nicht
erforderlich. Reinigung
mit einem Hochdruck-reinigungsgerät ist möglich.
Regelmäßiges Streichen ist erforderlich. Risse müssen ggf.
ausgebessert werden.
Reinigung nicht möglich
Diffusionsfähigkeit
Hinterlüftung
Nahezu zu 100 % diffusionsfähig. Die Hinterlüftungsebene führt
Feuchtigkeit nachhaltig ab. Gesundes Raumklima.
Maximal 4 bis 6 prozentige Diffusionsfähigkeit. Feuchtigkeit im Mauerwerk kann nicht entweichen. Keine Hinterlüftung.
Gefahr von Überfeuchtung bei mangelnder Lüftung der Räume und Schimmelpilzbildung.
Schlagzähigkeit
Die meisten vorgehänten und hinterlüfteten Fassaden sind hochschlagfest.
WDVS wird erst durch den zusätzlichen Einbau von Carbon-Fasern gegen Spechte resistent.
(gegen Mehrkosten)